Irina
Kozlova
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Die Möglichkeit, Keramik im 3D-Druck zu verwenden, wurde zum Ausgangspunkt meines Projekts. Doch wichtiger als die Technik war für mich, eine Geschichte sichtbar zu machen, die der Werkstoff selbst erzählen kann.
OBLIQ
Emotionale Prozesse in experimentellem 3D-Druck. Materialexperimente mit Ton-3D-Druck.
In meinem Projekt geht es darum, innere Zustände in Material zu übersetzen. Ausgehend von meiner Erfahrung, zwischen zwei Kulturen zu leben, beschäftige ich mich mit Instabilität, Anpassung und Verschiebung – jenen Prozessen, die Identität formen, aber meist unsichtbar bleiben. Inspiriert hat mich der Moment, in dem ich erkannte, wie ähnlich sich emotionale und materielle Reaktionen verhalten. Ton bricht, verzieht sich, kollabiert oder stabilisiert sich, genau wie Identität unter Druck oder Veränderung.
Für mich bedeutet das Projekt, einen Raum zu schaffen, in dem Material sprechen darf.
Es ist eine Möglichkeit, Erfahrungen auszudrücken, die sich sprachlich nur schwer vermitteln lassen. Im Designprozess habe ich gelernt, Kontrolle loszulassen und Fehler als wertvolle Informationen zu begreifen. Viele meiner Experimente – Gefrieren, Doppel-Extrusion, Sound-zu-Form, hybride Eingriffe etc. – zeigten mir, dass die Form eher entsteht als dass sie gestaltet wird.
Die größte Herausforderung lag darin, Nähe zu meinem biografischen Ausgangspunkt zuzulassen, ohne das Projekt zu einer persönlichen Erzählung zu machen. Stattdessen entwickelte ich eine prozesshafte Sprache, in der sich Material und Identität gegenseitig spiegeln.
BA
PD
Prof. Jan Wertel
Sven Henkel B. A.
Luca Lemmen