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Ich habe mich gefragt, warum nur wenige Frauen in der Wissenschaft bekannt sind und warum den meisten Menschen neben Marie Curie kaum ein anderer Name einfällt.
Der Matilda-Effekt – Wissenschaft ist neutral, ihre Geschichte ist es nicht
Ein Konzept für ein interaktives Ausstellungsmodul.
Warum sind Frauen aus unserer Erinnerung verschwunden – trotz nachweisbarer Beiträge?
Und wie prägt das bis heute unser Bild von Wissenschaft, Kompetenz und Möglichkeiten?
In meinem Projekt setze ich mich mit dem Matilda-Effekt auseinander. Er beschreibt das
Phänomen, dass Beiträge von Frauen in der Wissenschaft häufig übersehen, verdrängt oder
ihren männlichen Kollegen zugeschrieben werden. Ein Begriff, der mir vorher unbekannt war, entpuppte sich als Thema mit weitreichenden Wurzeln und bis heute wirkenden Folgen. Mich hat besonders beschäftigt, dass eine geschichtliche Verzerrung bis heute unser Verständnis von Geschlechterrollen prägt und dazu beiträgt, dass junge Mädchen weniger (wissenschaft-
liche) Vorbilder haben und diese Situation immer noch Karriereentscheidungen beeinflusst.
Mit einem interaktiven Ausstellungsmodul möchte ich genau dort ansetzen: Besuchende werden eingeladen, durch interaktive Pro-
jektionsflächen vergessene Frauen und ihre Werke kennenzulernen, die Mechanismen des Matilda-Effekts zu verstehen und eigene Ansichten und Annahmen spielerisch, aber kritisch zu hinterfragen. Denn nur wer die Geschichte vergessener Frauen kennt, kann über sie berichten, andere inspirieren und neue Vorbilder schaffen.
MA
Prof. Tina Glückselig
Prof. Claudia Grönebaum
Annika Rensing